Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

„Psychologie im Gespräch“: Hochkarätig besetztes Podium zu Public Health und Psychologie

16.01.2026 | Veranstaltungen

Keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit. Und zwar nicht nur auf individueller, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene.

Unter dem Motto „Gesundheit ist gesellschaftspolitisch – Public Health braucht Psychologie“ fand am Donnerstag, 15. Jänner 2026, die beliebte BÖP-Diskussionsreihe „Psychologie im Gespräch“ statt. Rund 600 Teilnehmende folgten online oder vor Ort der Einladung des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP).

Warum Public Health psychologische Expertise braucht

BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger eröffnete den Abend mit einem klaren Appell: „Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit – sie ist Ausdruck unserer sozialen Strukturen und der Bedingungen, unter denen wir leben und arbeiten. Entsprechend braucht es politische Rahmenbedingungen, die Prävention, Gesundheitsförderung und Chancengleichheit konsequent stärken.“ Im anschließenden Impulsvortrag gab a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger einen Überblick über die Bandbreite und Komplexität von Public Health als interdisziplinärem Ansatz, der (mentale) Gesundheit auf gesellschaftlicher Ebene in den Blick nimmt.

Am Podium diskutierten:
a.o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Blasche, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien, Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe
• a.o. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann, Geschäftsführer Gesundheit Österreich GmbH
Univ. Prof.in Dr.in med. Anita Rieder, Leiterin des Zentrums für Public Health und des Instituts für Sozialmedizin sowie Vizerektorin für Lehre, Medizinische Universität Wien
• Univ.-Prof.in Dr.in Gudrun Sproesser, Abteilungsleiterin Gesundheitspsychologie, stv. Leiterin des Instituts für Psychologie, Johannes Kepler Universität Linz
• a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, BÖP-Präsidentin & Public-Health-Expertin

Breites Spektrum, klare Botschaften

Von aktuellen Debatten wie Altersgrenzen auf Social Media über gesellschaftliche Gesundheitsrisiken wie Alkoholkonsum bis zu Veränderungen in Forschung und Gesundheitsversorgung durch künstliche Intelligenz: In der Diskussion wurde sichtbar, wie breit Public Health wirkt und wie wichtig psychologische Expertise für wirksame Prävention und Gesundheitsförderung ist.

a.o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Blasche verwies auf den Einfluss legislativer, betrieblicher und individueller Maßnahmen auf die Gesundheit der Bevölkerung – von der Arbeitszeitgesetzgebung bis zur persönlichen Freizeitgestaltung. Univ.-Prof.in Dr.in Gudrun Sproesser plädierte für einen noch stärkeren Schulterschluss zwischen Gesundheitspsychologie und Public Health und für die Gestaltung eines Umfelds, das gesunde Entscheidungen erleichtert.

„Public Health vereint viele Disziplinen, und da gehört die Gesundheitspsychologie selbstverständlich dazu“, betonte Univ. Prof.in Dr.in med. Anita Rieder die Wichtigkeit der multiprofessionellen Zusammenarbeit. Für a.o. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann braucht Public Health Gesundheitspsychologie „einerseits als Grundlagenwissenschaft, andererseits für die Verbindung von Verhalten und Verhältnissen“.

Mentale Gesundheit in alle Politikfelder

BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger zog nach der Diskussion Bilanz: „Gesundheitspsychologische Expertise muss stärker in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden – für nachhaltige Public-Health-Maßnahmen, die wirken und gerecht sind.“

Der BÖP bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den lebendigen Abend und die spürbare Stärkung der Psychologie im interdisziplinären Umfeld von Public Health.