BÖP stellt Servicestelle psyhelp vor
Im Rahmen der heutigen BÖP-Pressekonferenz stellte der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) einen historischen Meilenstein für die psychische Gesundheitsversorgung in Österreich vor: Erstmals wird klinisch-psychologische Behandlung als vollfinanzierte Kassenleistung angeboten.
Nach jahrzehntelangem Einsatz des BÖP stehen ab sofort bis zum Jahr 2029 jährlich 120.700 kostenlose klinisch-psychologische Behandlungseinheiten zur Verfügung. Gleichzeitig präsentierte der Berufsverband die neue zentrale Serviceplattform psyhelp, über die die Vermittlung der neu geschaffenen Kassenplätze erfolgt.
Bereits im Jahr 2024 wurde klinisch-psychologische Behandlung / Psychologische Therapie als Kassenleistung in das österreichische Gesundheitssystem aufgenommen. Mit dem Start der BÖP-Serviceplattform psyhelp wird nun ein entscheidender nächster Schritt gesetzt: Versicherte der ÖGK, SVS und BVAEB erhalten erstmals einen einfachen, transparenten und bundesweit einheitlichen Zugang zu klinisch-psychologischer Behandlung.
„Heute ist ein großer Tag für die psychische Gesundheit! Die kostenfreien Kassenplätze machen klinisch-psychologische Behandlung / Psychologische Therapie rascher, fairer und ohne finanzielle Hürden zugänglich. Das hilft besonders Menschen in belastenden Lebenssituationen, die Unterstützung dringend benötigen“, betonte BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger im Zuge der Pressekonferenz.
psyhelp – die neue Plattform für psychische Gesundheit
Die gesamte Abwicklung erfolgt über die neu aufgebaute, zentrale BÖP-Servicestelle psyhelp. Versicherte aus ganz Österreich können sich dort ab sofort anmelden und werden nach einem professionellen Clearing mit verfügbaren, wohnortnahen psyhelp-Behandler:innen gematcht.
„500 geprüfte Klinische Psycholog:innen bieten bereits Kassenplätze im psyhelp-Pool an. Die Vermittlung erfolgt nach festgelegten Kriterien wie Schweregrad der Erkrankung, Wohnortnähe sowie spezifischen Anforderungen wie etwa der Behandlungssprache“, erklärte Viola Ghavidel, B.A., operative Leitung von psyhelp.
Ein weiterer zentraler Fortschritt: Die Abrechnung erfolgt direkt über psyhelp, wodurch erstmals keine Vorleistung durch Versicherte notwendig ist. Die ersten zehn Behandlungseinheiten sind bewilligungsfrei. Wie viele Personen insgesamt einen Kassenplatz in Anspruch nehmen können, hängt vom individuellen Bedarf und der Anzahl der benötigten Einheiten ab.
Grundstein für flächendeckende Versorgung
Rund ein Viertel der Menschen in Österreich ist im Laufe des Lebens von psychischen Symptomen oder Erkrankungen betroffen. Der Start der kostenfreien Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlung stellt daher einen wesentlichen Grundstein für eine leistbare und flächendeckende Versorgung dar.
„Es ist ein wichtiger Anfang, auf den wir weiter aufbauen müssen. In einem Schulterschluss mit der Sozialversicherung setzen wir uns als BÖP für den laufenden Ausbau der kostenfreien Kassenplätze und der psychosozialen Versorgung ein. Denn: Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit“, so Wimmer-Puchinger.
Der Kostenzuschuss für klinisch-psychologische Behandlung / Psychologische Therapie bleibt neben den kostenfreien Kassenplätzen weiterhin bestehen.
„Es ist ein besonderer Moment, ein so lang ersehntes Ziel der Psychologie in Österreich zu erreichen. Nach der Aufnahme der klinisch-psychologischen Behandlung als Kassenleistung im Vorjahr ist dies ein monumentaler Schritt für die Gleichstellung von körperlicher und mentaler Gesundheit – und die Grundlage für den weiteren Ausbau der psychosozialen Versorgung“, hielt die BÖP-Präsidentin abschließend fest.
Auch Viola Ghavidel, B.A., unterstrich die Bedeutung der neuen Plattform: „psyhelp bündelt erstmals die Vermittlung klinisch-psychologischer Kassenplätze auf einer zentralen Plattform. Damit stellen wir einen strukturierten, transparenten und österreichweit einheitlichen Zugang zu qualitätsgesicherter Versorgung sicher.“
Die psyhelp-Behandlerin Dr.in Doris Malischnig schilderte aus der Praxis: „Ich habe meine Praxis 1997 eröffnet und seither darauf gewartet, dass Kassenplätze geschaffen werden. Viele Menschen können sich psychologische Hilfe nicht leisten – und genau sie sind oft besonders stark belastet. Professionelle Unterstützung macht hier einen enormen Unterschied.“
Für Fragen zu Vermittlung der Kassenplätze finden Sie FAQs auf psyhelp. Außerdem steht Ihnen das Team der Servicestelle werktags von Montag bis Freitag, 9:00–17:00 Uhr, unter service@psyhelp.at sowie über die kostenlose Serviceline 0800 10 02 03 (für Patient:innen) zur Verfügung.

















