„Psychologie im Gespräch“: Wichtige Diskussion über den aktuellen Stand der Schulpsychologie
Den wachsenden Herausforderungen an österreichischen Schulen widmete sich am Donnerstag, den 19. März 2026, die BÖP-Veranstaltungsreihe „Psychologie im Gespräch“. Unter dem Motto „Schulpsychologie jetzt – Zeit zu handeln!“ fand eine Podiumsdiskussion statt, bei der über 700 Interessierte in Präsenz oder online teilnahmen.
Es diskutierten ausgewiesene Expertinnen und Experten, darunter auch der Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Christoph Wiederkehr, MA.
Warum es gerade jetzt Schulpsychologie braucht
Bei der Eröffnung betonte BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger die Wichtigkeit der Schule für die Gesellschaft. Im anschließenden Impulsvortrag machte Hofrat Mag. Jürgen Bell, Leiter der Interessensgruppe Schulpsychologie des BÖP, darauf aufmerksam, dass die psychische Belastung von Schülerinnen und Schülern deutlich gestiegen ist und dadurch ein verstärkter Bedarf an Schulpsychologie besteht. „Schulpsycholog:innen unterstützen nicht nur einzelne Schüler:innen, sie beraten Lehrkräfte, Eltern und die Schulleitung. Sie helfen dabei, Konflikte zu lösen, Lernprobleme zu verstehen und präventive Maßnahmen zu entwickeln. Wenn wir über die Zukunft von Bildung sprechen, müssen wir auch über psychische Gesundheit und Resilienz sprechen.“

Die Schule als wichtiger Ort für Kinder und Jugendliche
Ein zentrales Thema des Abends war die Schule als wichtiger Ort für Kinder und Jugendliche. Bundesminister Christoph Wiederkehr, MA betonte, dass die Schule als Ort der ganzheitlichen Charakterbildung und Entwicklung sozialer Kompetenzen statt als reine Wissensvermittlung gesehen werden sollte. Golli Marboe, Initiator der "mental health days", sprach sich dafür aus, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem Menschen weniger belastet werden. Er schlug Orientierungshilfen an Schulen und die Einbeziehung der Eltern vor.
Aufwertung sozialer Berufe
BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger hob hervor, dass Lehrende entlastet werden sollten, damit sie besser auf die Schülerinnen und Schüler eingehen können. Sie betonte, dass wir mehr denn je Menschen in sozialen Berufen brauchen, und appellierte an eine öffentliche Aufwertung des Lehrer:innenberufs.
Ausblick auf Veränderung
„Es werden Talente nicht gefördert, sondern es wird dort angesetzt, wo unsere Schwächen sind“, sagte Bundesschulsprecherin Hannah Scheidl. Zum Abschluss machte Bundesminister Christoph Wiederkehr, MA deutlich, dass das österreichische Schulsystem offen für Veränderungen ist und progressive Lehrende, Schülerinnen und Schüler und Schulen einen Unterschied machen können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl die top-down Prozesse der Politik als auch die bottom-up Prozesse der Schulen zur Stärkung des Wohlbefindens von Lehrenden sowie Schülerinnen und Schülern beitragen können.

Der BÖP bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den diskussions- und lehrreichen Abend zu diesem wichtigen Thema.
Die nächsten Veranstaltungen der Reihe „Psychologie im Gespräch“ finden zu den folgenden Themen und Terminen statt:
- 28. Mai 2026 „Vom Wissen zum Handeln - Umweltpsychologie als Lösungswissenschaft“. Hier für Präsenz-Teilnahme anmelden und hier für Online-Teilnahme anmelden.
- 10. September 2026 „Allein unter Menschen: Warum Einsamkeit zunimmt und Psychologie hilft“. Hier für Präsenz- oder Online-Teilnahme anmelden.






























