Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

Neue BÖP-Umfrage: Nachfrage nach klinisch-psychologischer Behandlung wächst weiter

15.05.2026 | Mitgliederservice

Die aktuelle Befragung des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) gibt einen umfassenden Einblick in die derzeitige Situation der klinisch-psychologischen Versorgung in Österreich. Die Ergebnisse zeigen eine weiterhin steigende Nachfrage nach klinisch-psychologischer Behandlung sowie eine mehrheitlich als zu niedrig bewertete Kostenzuschusssituation und anhaltende strukturelle Herausforderungen wie lange Wartezeiten und administrativen Aufwand.

An der Befragung, die von März bis April 2026 durchgeführt wurde, nahmen 678 Klinische Psycholog:innen aus ganz Österreich teil.

So berichten 56% der Befragten von einer gestiegenen Nachfrage nach klinisch-psychologischer Behandlung aufgrund der Kostenerstattung durch die Sozialversicherungen ab Jänner 2024. Gleichzeitig geben 47% an, aktuell eine Warteliste zu führen. Ein Drittel berichtet weiterhin von Wartezeiten von mehr als zwei Monaten.

Auch der Kostenzuschuss selbst wurde thematisiert: 79% gaben an, dass ihre Klient:innen bereits einen Antrag auf Kostenzuschuss gestellt haben. In ca. 76% der Fälle war der Antrag erfolgreich und es kam zur Kostenerstattung. Im September 2024 lag dieser Wert noch bei 47%.

Zwar wird der Ablauf mittlerweile deutlich positiver bewertet als noch 2024 – 74% beschreiben das Prozedere inzwischen als „verständlich und nachvollziehbar“ –, dennoch halten weiterhin 83% den aktuellen Kostenzuschuss für zu niedrig. Besonders häufig kritisiert wurden außerdem lange Bearbeitungszeiten, fehlende Rückmeldungen der Sozialversicherungen sowie hoher administrativer Aufwand.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass klinisch-psychologische Behandlung zunehmend im niedergelassenen Bereich stattfindet: Rund 46% der Befragten arbeiten ausschließlich niedergelassen, weitere 41% sowohl niedergelassen als auch angestellt. Der durchschnittliche Honorarsatz ist seit 2024, als er bei 97 Euro lag, auf 105 Euro gestiegen.

Positiv hervorzuheben ist zudem die hohe Zufriedenheit mit den BÖP-Informationen zu Kostenzuschuss und Sachleistung. Diese wurde von den Teilnehmer:innen mit durchschnittlich 81 von 100 Punkten bewertet.