Internationaler Tag der Hoffnung: Hoffnung stärkt psychische Widerstandskraft
BÖP erklärt warum Hoffnung die psychische Resilienz positiv beeinflusst
In herausfordernden Zeiten wie diesen gewinnt psychische Resilienz immer mehr an Bedeutung. Anlässlich des Internationalen Tages der Hoffnung am 12. Juli 2026 rückt der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) daher den Schutzfaktor Hoffnung in den Fokus.
Psychische Resilienz ist die Widerstandsfähigkeit der Psyche. Menschen mit hoher Resilienz fällt es leichter, Belastungen zu bewältigen, sich anzupassen und psychisch handlungsfähig zu bleiben. Die persönliche Resilienz hängt von den verfügbaren Schutzfaktoren ab. Dazu zählen unter anderem ein positives soziales Umfeld, eine gute Stressregulation, körperliche Gesundheit und Hoffnung.
Hoffnung ist weit mehr als bloßer Optimismus oder Wunschdenken. BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger erklärt: „Unter Hoffnung verstehen wir als Psychologinnen und Psychologen nicht, dass Belastungen schöngeredet werden, sondern, dass trotz Belastungen die eigene Handlungsfähigkeit wahrgenommen und die Zukunft als gestaltbar erlebt wird. Das hilft Betroffenen dabei, Ziele wirksam zu verfolgen und Belastungen zu bewältigen“.
Hoffnung hat zahlreiche positive Auswirkungen, insbesondere auf das psychische Wohlbefinden. Eine Studie aus 2024 zeigte beispielsweise, dass Hoffnung in Zusammenhang mit höherer selbst eingeschätzter Gesundheit, weniger depressiven Symptomen und weniger Stress sowie mehr Glück steht.
Somit ist Hoffnung eine wichtige Ressource sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft. Hoffnungslosigkeit kann dazu führen, dass Menschen keine Zukunft mehr sehen und aufgeben. Gerade in Zeiten multipler Krisen und Bedrohungen braucht es daher ein Klima der Hoffnung, das eine wichtige Grundlage für Zusammenhalt und ein demokratisches Miteinander bildet.
Hoffnung kann gefördert werden, etwa durch realistische Zielsetzungen, wahrgenommene Handlungsmöglichkeiten, soziale Verbundenheit, Erfahrung von Selbstwirksamkeit sowie durch professionelle Unterstützung. Psycholog:innen helfen dabei, neue Perspektiven zu entwickeln, die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken und Bewältigungsstrategien aufzubauen, um mit Belastungen bestmöglich umzugehen. Dadurch werden wichtige psychologische Ressourcen wie Hoffnung nachhaltig gestärkt.
Bei Bedarf bieten Klinische Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen Unterstützung. Über Psychnet können passende Anlaufstellen gefunden werden und über die BÖP-Serviceplattform psyhelp werden kostenfreie Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlung vermittelt. Auch die BÖP-Helpline bietet kostenlose Unterstützung unter 01/504 8000 (Montag bis Donnerstag von 9 bis 13 Uhr).
Der BÖP setzt sich dafür ein, die Bedeutung psychologischer Unterstützung ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Menschen zu ermutigen, sich Hilfe zu suchen.
