EFPA setzt sich für psychologische Expertise bei KI im Gesundheitswesen ein
Künstliche Intelligenz bietet große Chancen für die Gesundheit, etwa bei der Prävention, beim Zugang zu Gesundheitsleistungen und bei der Weiterentwicklung von Gesundheitssystemen. Gleichzeitig wirft ihr zunehmender Einsatz wichtige Fragen zu Sicherheit, Chancengerechtigkeit, Selbstbestimmung, Datenschutz und Vertrauen auf.
Die European Federation of Psychologists’ Associations (EFPA) hat deshalb gemeinsam mit weiteren europäischen Organisationen eine schriftliche Stellungnahme zur Roadmap for Action on Artificial Intelligence in Health in the WHO European Region 2026–2033 veröffentlicht. Die Stellungnahme wurde im Rahmen der 76. WHO Regional Committee for Europe vom 27. bis 29. Oktober 2026 in Kopenhagen eingebracht.
Die EFPA begrüßt die Roadmap und betont, dass psychologische Erkenntnisse bei der Umsetzung berücksichtigt werden sollten. Denn beim Einsatz von KI im Gesundheitswesen geht es nicht nur um technische Möglichkeiten, sondern auch darum, wie sich KI auf Menschen auswirkt und wie sie so gestaltet werden kann, dass sie Gesundheit und Wohlbefinden fördert.
KI muss den Menschen in den Mittelpunkt stellen
Die Stellungnahme spricht sich dafür aus, Psycholog:innen und Betroffene aktiv in die Entwicklung und Evaluierung gesetzlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen einzubeziehen. Psychologische Erkenntnisse sollten bereits bei der Entwicklung digitaler Anwendungen berücksichtigt werden, damit sie das Wohlbefinden fördern und bestehende gesundheitliche Ungleichheiten nicht verstärken.
Weitere Anliegen sind transparente und kontrollierbare Technologien, der Schutz personenbezogener Daten und der Ausbau digitaler Kompetenzen und eines barrierearmen Zugangs zu digitalen Angeboten. Auch Gegenmaßnahmen zu Desinformation, Online-Betrug und schädlichen Inhalten sollen dazu beitragen, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
Besonders wichtig ist der Grundsatz, dass Technologie persönliche Betreuung und Unterstützung ergänzen, aber nicht ersetzen soll. Die Finanzierung digitaler Lösungen darf nicht zulasten menschlicher Interaktion gehen. KI soll verantwortungsvoll und dort eingesetzt werden, wo sie einen geeigneten Mehrwert bietet.
Psychologie als wichtiger Bestandteil verantwortungsvoller KI
Mit ihrer Stellungnahme unterstreicht die EFPA die Bedeutung psychologischer Wissenschaft für ein verantwortungsvolles, menschenzentriertes und gerechtes Gesundheitswesen im digitalen Wandel. Sie lädt die WHO European Region und ihre Mitgliedstaaten dazu ein, psychologische Expertise durchgehend in die Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen im Gesundheitsbereich einzubeziehen.
Die Stellungnahme wurde von der EFPA verfasst und von EuroHealthNet, der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations (EFA) und der European Public Health Association (EUPHA) mitunterzeichnet.
