Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

WHO-Regionalkomitee in Kopenhagen: Psychische Gesundheit als zentrale Zukunftsaufgabe

30.10.2026 | Öffentlichkeitsarbeit

Von 27. bis 29. Oktober 2026 fand in Kopenhagen die 76. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa (Regional Committee for Europe, RC76) statt. Hochrangige Vertreter:innen der 53 Mitgliedstaaten sowie Expert:innen und Organisationen aus dem Gesundheitsbereich kamen zusammen, um gesundheitspolitische Themen und Strategien für die WHO-Region Europa zu beraten. Erstmals war auch die Psychologie durch die European Federation of Psychologists’ Associations (EFPA) vertreten. BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger nahm vor Ort an der Tagung teil.

Ein zentrales Thema der Veranstaltung war „Mental Health in All Policies“ – also die Berücksichtigung psychischer Gesundheit in allen Politikbereichen. Die EFPA und damit die Psychologie brachten sich aktiv in die Diskussionen ein und machten die Bedeutung psychologischer Expertise für die Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung deutlich. Auch der Austausch mit anderen internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen bot eine wichtige Gelegenheit, gemeinsame Anliegen zu diskutieren und die Vernetzung zu stärken.

Strategien zu gesundem Altern, KI und nichtübertragbaren Erkrankungen

Im Rahmen der Tagung wurden drei zentrale Strategien und Programme behandelt, denen die Mitgliedstaaten zustimmten: „Ageing is Living“ zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden über die gesamte Lebensspanne, die Roadmap zum Einsatz künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen in der WHO-Region Europa für 2026 bis 2033 und weitere strategische Arbeit zur Bekämpfung nichtübertragbarer Erkrankungen und zur Förderung des Wohlbefindens durch Gesundheitsförderung.

Gerade bei der Bewältigung nichtübertragbarer Erkrankungen kommt der Psychologie eine wichtige Rolle zu. Die EFPA-Präsidentin Sofia Marques Ramalho Ramos Duarte brachte diesen Aspekt in die Diskussion ein und unterstrich, welchen Beitrag psychologische Erkenntnisse und Interventionen leisten können.

Psychologische Expertise auf internationaler Ebene

Die Teilnahme am WHO-Regionalkomitee war ein wichtiger Schritt, um die Perspektive der Psychologie auf internationaler Ebene noch stärker einzubringen. Für den BÖP ist es ein zentrales Anliegen, diesen Weg weiterzuverfolgen und sich auch in die Umsetzung der beschlossenen Strategien einzubringen. Denn psychologische Expertise ist wesentlich, wenn es darum geht, Gesundheit zu fördern, Erkrankungen vorzubeugen und die Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu verbessern.