Gesundheitspsychologie-Preis 2026: Innovative Projekte vor den Vorhang geholt
Die Vielfalt und Innovationskraft der Gesundheitspsychologie stand am Dienstag, 3. November 2026 im Mittelpunkt der Verleihung des Österreichischen Gesundheitspsychologie-Preises. Die Fachsektion Gesundheitspsychologie des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) zeichnete drei herausragende Projekte aus und würdigte zugleich alle weiteren Einreichungen.
Nach der Eröffnung durch Mag.a Hilde Wolf, MBA, Leiterin der BÖP-Fachsektion Gesundheitspsychologie, betonte BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger die Bedeutung des Preises: Er mache kreative Ideen sichtbar und hole die Vielfalt des Fachs vor den Vorhang. Die zahlreichen Einreichungen zeigten eindrucksvoll, wie breit das Spektrum der Gesundheitspsychologie ist und wie viele innovative Maßnahmen und professionelle Projekte in diesem Bereich entstehen.
Von Büchern bis Bots: Digitale Gesundheitstechnologien im Fokus
Im Anschluss widmete sich Prof. Dr. Jens Blechert von der Universität Salzburg in seiner Keynote „From books to bots: Was bringt die neue digitale Gesundheitstechnologie für die Gesundheitspsychologie?“ der Frage, welches Potenzial digitale Gesundheitsanwendungen für die Gesundheitspsychologie haben.
Anhand der aktuellen Studienlage gab er einen Überblick über unterschiedliche Anwendungen, von Selbsthilfebüchern und digitalen Interventionen bis zu KI-Anwendungen. Eine große Herausforderung bei allen Anwendungen sei dabei die hohe Abbruchquote. Hier könne aber eine professionelle Begleitung und Anleitung durch Psycholog:innen helfen. In Bezug auf KI-Anwendungen und Chatbots zeigten Studien laut Prof. Dr. Blechert sehr gute Ergebnisse. Doch problematische Bestätigungstendenzen oder gefährliche Inhalte bleiben derzeit ein hohes Risiko. Im Anschluss an die Keynote nutzte das Publikum die Gelegenheit für Fragen und eine gemeinsame Diskussion.

Von links nach rechts: Assoz. Prof. Mag. Dr. Stefan Höfer, Mag.a Dr.in Caroline Culen, a.o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Blasche, a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Mag.a Hilde Wolf, MBA, Prof. Dr. Jens Blechert
Die ganze Bandbreite der Gesundheitspsychologie
Bevor die Preisträger:innen ausgezeichnet wurden, stellten a.o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Blasche und Assoz. Prof. Mag. Dr. Stefan Höfer die eingereichten Projekte vor. Das Spektrum reichte von betrieblicher Suchtprävention über die Unterstützung rechenschwacher Kinder und die Stärkung von Kindern und Jugendlichen aus psychisch belasteten Familien bis hin zu Museumsbesuchen für Menschen mit Demenz. Weitere Projekte beschäftigten sich mit Menstruationsworkshops und Gesundheitskompetenz, Ernährung bei psychischen Erkrankungen, naturbasierter Bewegung oder Schönheitsidealen.
Alle eingereichten Projekte werden auf der Gesundheitspsychologie-Plattform des BÖP vorgestellt.
Die Preisträger:innen
Anschließend wurden drei Projekte mit dem Österreichischen Gesundheitspsychologie-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Preise wurden gleichwertig vergeben, alle Preisträger erhielten eine Urkunde und ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro.

Die Preisträger:innen des Gesundheitspsychologie-Preises 2026
Prof.(FH) Mag. Dr. Karin Waldherr und ihr Team wurden für „Body Project Austria“ ausgezeichnet. Das Projekt umfasst vielfältige Workshops, die die Körperzufriedenheit von Jugendlichen stärken und das Risiko für Essstörungen reduzieren sollen.
Dr. Oliver Scheibenbogen und sein Team erhielten einen Preis für ihr „Handyexperiment“. Im Rahmen des Projekts verzichteten 72.000 Schüler aus verschiedenen Ländern 21 Tage lang wissenschaftlich begleitet auf ihr Smartphone und konnten so die Auswirkungen eines exzessiven Handykonsums unmittelbar erleben.
Ausgezeichnet wurden außerdem Mag.a Eva Trettler und ihr Team für „YOUareART – ungefiltert schön“. In kostenlosen Workshops im Museum werden sozioökonomisch benachteiligte Jugendliche für den Einfluss von Social Media auf Körperbild, Selbstwert und Schönheitsideale sensibilisiert.
Zum Abschluss betonte Mag.a Hilde Wolf die Bedeutung des gegenseitigen Lernens und Austauschs. Die Vielzahl an Projekten solle auch dazu motivieren, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Bei einem gemeinsamen Buffet klang der Abend mit fachlichem Austausch und Vernetzung aus.




























