Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

Psychologie und Film - Der Film als Medikament

 04.06.2021 von 15:00 bis 20:00 Uhr | Zoom

Details

Psychotherapie und Film, dieses Forschungs- und Themenfeld boomt, das zeigen neuere Buchpublikationen und internationale Kongressprogramme. Es gibt im Bereich der Psychotherapie offenbar wieder eine vermehrte Sehnsucht nach Geschichten, die der hypertroph gewordenen Orientierung der Psychiatrie an Zahlen, Fakten, Daten und Guidelines ein narrativ-hermeneutisches Element entgegensetzt - das wird durch das psychotherapeutische Interesse am Film deutlich. Gegenwärtig sind es vor allem drei Erkenntnisinteressen die hier leitgebend sind.

Psychotherapeuten in Film und Serie
Erstens, die Frage wie werden Psychotherapeuten in Spielfilmen und Serien dargestellt und was können in der Ausbildung und in der Praxis stehende Psychotherapeuten von ihren Leinwand-Kollegen lernen.
Psychische Störungen im Spielfilm
Ein zweites Themenfeld das im Augenblick boomt ist die Frage wie psychische Störungen im Film dargestellt werden. Auch da gibt es mittlerweile exzellente Arbeiten, die das psychopathologische Verständnis von Psychotherapeuten anreichern können und nicht nur zeigen wie z.B. Trauma, Rausch, Ekstase, Sucht, Schizophrenie oder suizidale Erfahrungen im Film dargestellt werden, sondern durchaus auch in der Lage sind, die "seelenlosen" Beschreibungen von psychischen Störungen, wie sie in der ICD-10 oder dem DSM-5 zu finden sind, verlebendigend zu ergänzen.
Cinematherapie - Der Film als Balsam der Seele
Drittens, gibt es unter dem Code Cinematherapie seit geraumer Zeit Bemühungen, die Wirkung von Filmen in unterschiedlichen therapeutischen Settings zu erproben. Schaut man sich die Geschichte der Filmtherapie genauer an, zeigt sich, dass es schon in der Stummfilmzeit die ersten Versuche zur psychotherapeutischen Nutzung von Filmen und bereits einen medizinischen Diskurs über die Wirkung der Filmtherapie gab. Was nicht verwundert, ist der Film doch ein ausgezeichnetes Medium, wenn es darum geht Menschen zu berühren. Filme können uns innerhalb von wenigen Minuten schnell und effektiv in Zustände von Angst, Wut, Trauer und Lust versetzen oder romantische Gefühle wecken.
Genau diese Fähigkeit von Filmen, die Seele zu öffnen wird in der Cinematherapie oder Movie Therapie genutzt, die derzeit an einigen Kliniken praktiziert wird.
Referent
Univ. Prof. Dr. Martin Poltrum ist ein österreichischer Philosoph, Psychotherapeut, Lehrtherapeut und Professor für Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien.
Von 2003 bis 2018 arbeitete Martin Poltrum als Philosoph, Psychotherapeut und Cinematherapeut im Anton-Proksch-Institut Wien und ist seit 2012 federführender Herausgeber von Rausch. Wiener Zeitschrift für Suchttherapie.

Seit 2018 ist Martin Poltrum Professor für Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. Dort leitet er den internationalen Doktoratsstudiengang der Psychotherapiewissenschaft.

Um Anmeldung wird bis spätestens 03.06.2021 gebeten.

Laut Begutachtung durch den BÖP wird die Veranstaltung im Ausmaß von 5 Einheiten als Fortbildung laut Psychologengesetz 2013, BGBl. I 182/2013 anerkannt.

Wir weisen Sie darauf hin, dass die Aufzeichnung von Online-Veranstaltungen - auch für den privaten Gebrauch - unzulässig ist. Eine solche Aufnahme greift in die Persönlichkeitsrechte der Vortragenden sowie der erkennbaren TeilnehmerInnen ein und stellt einen Verstoß gegen die DSGVO dar.

Bitte beachten Sie: Aufgrund der großen Anzahl von Personen, die trotz Anmeldung für eine Onlineveranstaltung nicht daran teilnehmen, werden wir diese zukünftig überbuchen. Um Ihre Teilnahme sicherzustellen, bitten wir Sie, sich bereits 10 Minuten vor der Veranstaltung in Zoom einzuloggen. Kapazitätsengpässe sind grundsätzlich nicht zu erwarten, für Ausnahmefälle in der Testphase ersuchen wir Sie um Entschuldigung. Wir passen die Buchungszahlen laufend an, um eine optimale Auslastung zu erreichen und somit möglichst vielen Mitgliedern die Teilnahme zu ermöglichen.
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Referent/in

Univ.-Prof. Dr. Martin Poltrum

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