Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

Nähe, die guttut: Soziale Berührung und Ihre Rolle für die Gesundheit

 07.12.2026 von 17:30 bis 19:00 Uhr | Zoom

Details

Die Anwesenheit von Artgenossen mildert akuten Stress und fördert langfristig Wohlbefinden und Stressresilienz. Neuere Forschung weist dabei direktem Körperkontakt eine besondere regulatorische Rolle zu. Diese Rolle wird im Vortrag eingeführt und mit wissenschaftlichen Befunden belegt. Es gibt zunächst einen Überblick über die Wahrnehmung sozialer Berührung, insbesondere über C-taktile Afferenzen und deren Verbindung zur homöostatischen Regulation im Gehirn. Anschließend werden Arbeiten von Schirmer und Kollegen an Zebrafischen, Hunden und Menschen vorgestellt. Sie zeigen artsübergreifend, dass dynamische, streichelähnliche Berührungen besonders bedeutsam sind. Ihre Wirkung wird sowohl durch physikalische Merkmale wie Kontaktfläche und Rhythmik als auch durch soziale Faktoren wie die Beziehung zum Berührungspartner beeinflusst. Weitere Befunde beleuchten physiologische Prozesse entlang einer Haut-Hirn-Körper-Achse sowie den Einfluss von Berührung auf die Wahrnehmung und Bewertung anderer. Insgesamt sprechen die Ergebnisse für ein grundlegendes Bedürfnis sozialer Arten nach Körperkontakt. Dessen Erfüllung wirkt intrinsisch belohnend, signalisiert soziale Verbundenheit, unterstützt die Homöostase und fördert prosoziales Verhalten und langfristige Gesundheit.

Referentin: Univ.-Prof.in Dr.in Annett Schirmer
Annett Schirmer absolvierte ihre Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Anschließend war sie dort als Postdoktorandin tätig, bevor sie 2004 eine Professur an der University of Georgia in den USA und 2006 an der National University of Singapore übernahm. Im Jahr 2017 wurde sie zur Professorin an der Chinese University of Hong Kong berufen. Seit 2022 ist sie Professorin an der Universität Innsbruck und leitet dort den Bereich Allgemeine Psychologie II - Emotion, Motivation und Lernen.
In ihrer Forschung untersucht Annett Schirmer die nonverbale Kommunikation von Emotionen, insbesondere über auditive und taktile Signale. Dabei setzt sie ein breites Methodenspektrum ein und verfügt über besondere Expertise in elektrophysiologischen Verfahren, einschließlich der Elektroenzephalografie. Sie war als Associate Editor für The British Journal of Psychology und Social Cognitive and Affective Neuroscience tätig. Ihre Arbeiten werden international vielfach zitiert; zudem wird sie im Stanford-Ranking unter den weltweit meistzitierten zwei Prozent der derzeit aktiven Forschenden geführt.

Um Anmeldung wird bis spätestens 06.12.2026 gebeten.

Laut Begutachtung durch den BÖP wird die Veranstaltung im Ausmaß von 2 Einheiten als Fortbildung laut Psychologengesetz 2013, BGBl. I 182/2013 anerkannt.

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Referent/in

Univ.-Prof.in Dr.in Annett Schirmer

Veranstaltet von

  • Fachsektion Trauma

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  • Fachsektion Klinische Psychologie
  • Fachsektion Traumapsychologie

Veranstaltungsort

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