Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

Vom Schmerzgeschehen zum schmerzpsychologischen Therapieprozess

 24.04.2026 von 14:00 bis 17:30 Uhr | Zoom

Details

Moderation: Mag.a Dr.in Sandra M. Lettner/ Mag.a Maria Aichinger-Preuner

  • 14:00 Uhr: Eröffnungsworte: a.o. Univ.-Prof. i.R., Priv.-Doz. Anton R. Laireiter, BÖP-Vizepräsident, Leiter Fachsektion Klinische Psychologie

  • 14:10-14:55 Uhr: Chronischer Beckenbodenschmerz
    Vortragende: Mag.a Oksana Blotni, Klinische Psychologin (Schmerzpsychologie)
    Chronische Beckenbodenschmerzen (Chronical Pelvic Pain Syndrom- CPPS) stellen ein komplexes, multifaktorielles Krankheitsbild dar, das eine interprofessionelle Behandlung unter Einbezug psychologischer, physiotherapeutischer und medizinischer Interventionen erfordert. Der Vortrag gibt einen Überblick über evidenzbasierte psychologische Behandlungsansätze mit Fokus auf kognitiv-behaviorale Interventionen, Psychoedukation, Achtsamkeit sowie schmerz- und emotionsbezogene Einflussfaktoren wie Katastrophisierung, zentrale Sensibilisierung und traumatische Vorerfahrungen. Anhand eines interdisziplinären Gruppenprogramms werden strukturierte Therapiemodule vorstellt. Ergänzend wird anhand eines Fallbeispiels ein systemischer Ansatz zur Prozesssteuerung in der Schmerztherapie präsentiert, der mittels kontinuierlichem Monitoring und Feedback eine individualisierte und adaptive Therapiegestaltung ermöglicht.

  • 14:55-15:40 Uhr: Kindliche Migräne: Diagnostik, Coping und Therapie
    Vortragende: Mag.a Dr.in Sandra M. Lettner, Klinische Psychologin (Schmerzpsychologie)
    Kindliche Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, deren Entstehung durch neurofunktionelle Mechanismen und ein lernbasiertes Schmerzgedächtnis beeinflusst wird. Frühkindliche Schmerzerfahrungen können das zentrale Nervensystem sensibilisieren und eine Chronifizierung der Schmerzverarbeitung begünstigen. Das biopsychosoziale Modell zeigt, dass biologische, psychologische und soziale Faktoren im Zusammenspiel den Krankheitsverlauf prägen. Die Diagnostik erfordert eine neuropsychologisch fundierte Evaluation, um Schmerzverarbeitungsmuster und Komorbiditäten differenziert zu erfassen. Therapeutisch ist ein multimodales Konzept erforderlich, in dem neben medikamentöser Behandlung psychologische Interventionen und Lebensstilfaktoren eine zentrale Rolle spielen.

  • 15:40 -15:50 Uhr Pause

  • 15:50-16:35 Uhr: Psychologische Interventionen für den Umgang mit Schmerzspitzen und schmerzbedingten Schlafstörungen
    Vortragende: Mag.a Maria Aichinger-Preuner, Klinische Psychologie (Schmerzpsychologie)
    Viele Schmerzpatient:innen klagen über eine schlechte Schlafqualität und Schmerzen in der Nacht. Besonders einschießender Schmerz wird als bedrohlich erlebt und es entsteht ein Gefühl der Hilflosigkeit. Dieser Vortrag zeigt Möglichkeiten auf, wie Patient:innen lernen können, mit dieser Problematik kompetent umzugehen.

  • 16:35-17:20 Uhr: CRPS bei Kindern
    Vortragende: Dr.in Lea Höfel, Psychologin, Leitung Zentrum für Schmerztherapie junger Menschen Garmisch-Partenkirchen
    CRPS bei Kindern und Jugendlichen zeigt ein eigenes klinisches Muster: Häufig sind nach Bagatelltraumata die Füße betroffen, die Extremität ist eher kalt als warm, und Funktionsstörungen mit Überempfindlichkeit stehen im Vordergrund.
    Die Budapest-Kriterien lassen sich grundsätzlich auch bei jungen Patient*innen anwenden, wobei sich viele Symptome sowie die Schmerzintensität unter einer interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie deutlich bessern.
    Psychische Komorbiditäten sind häufig und gehen mit stärker ausgeprägten Einzelsymptomen einher, während ein geringerer psychischer Belastungsgrad mit einem besseren Therapieansprechen verbunden ist.

Um Anmeldung wird bis spätestens 22.04.2026 gebeten.

Laut Begutachtung durch den BÖP wird die Veranstaltung im Ausmaß von 4 Einheiten als Fortbildung laut Psychologengesetz 2013, BGBl. I 182/2013 anerkannt.

Wir weisen Sie darauf hin, dass die Aufzeichnung von Online-Veranstaltungen - auch für den privaten Gebrauch - unzulässig ist. Eine solche Aufnahme greift in die Persönlichkeitsrechte der Vortragenden sowie der erkennbaren TeilnehmerInnen ein und stellt einen Verstoß gegen die DSGVO dar.

Referent/in

Mag.a Oksana Blotni, Mag.a Dr.in Sandra M. Lettner, Mag.a Maria Aichinger-Preuner, Dr.in Lea Höfel

Veranstaltet von

  • Referat Schmerzpsychologie

Landesgruppen / Fachsektionen

  • Fachsektion Klinische Psychologie

Veranstaltungsort

Online via Zoom