Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

Machen wir Psychische Gesundheit zum Thema. Gemeinsam.

Beschreibung: Ziel des Projekts ist es, psychische Gesundheit als wesentlichen Bestandteil einer modernen, gesundheitsförderlichen Arbeitswelt nachhaltig in allen Bereichen der Organisation zu verankern. Dafür werden organisationale Rahmenbedingungen geschaffen, die den Erhalt, die Förderung und die Stärkung der psychischen Gesundheit über alle Lebens- und Berufsphasen hinweg unterstützen.

Gleichzeitig werden die Gesundheitskompetenz und das Empowerment der Mitarbeiter*innen gefördert, damit sie ihre psychische Gesundheit eigenverantwortlich erhalten, stärken und weiterentwickeln können. Psychische Gesundheit wird dabei als gemeinschaftliche Aufgabe von Organisation, Führungskräften und Mitarbeiterinnen verstanden.

Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines partizipativen und agilen Organisationsentwicklungsprozesses. Agile Arbeitsstrukturen, kontinuierliche Feedbackschleifen bis in das Top-Management sowie die aktive Einbindung von Führungskräften und Mitarbeiter*innen stellen sicher, dass Maßnahmen bedarfsgerecht entwickelt, laufend reflektiert und kontinuierlich verbessert werden.

Problemstellung/ Ausgangslage: Psychische Störungen zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Laufe des Lebens. Gleichzeitig sind sie nach wie vor mit Stigmatisierung und Tabuisierung verbunden – auch in der Arbeitswelt. Obwohl das Bewusstsein für die Bedeutung psychischer Gesundheit, insbesondere seit der COVID-19-Pandemie, deutlich gestiegen ist, besteht in Organisationen weiterhin große Unsicherheit im Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeiter*innen. Viele Führungskräfte fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet, Warnsignale frühzeitig zu erkennen oder angemessen zu handeln.

Diese Diskrepanz zwischen der hohen Relevanz psychischer Gesundheit und dem fehlenden organisationalen Umgang damit macht deutlich, dass Unternehmen mehr benötigen als einzelne Gesundheitsmaßnahmen. Gefragt sind nachhaltige Strategien, die psychische Gesundheit strukturell in der Organisationskultur verankern und gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen schaffen.

Aus dieser Erkenntnis sowie aus langjähriger Erfahrung in der Arbeits-, Organisations- und Gesundheitspsychologie entstand die Idee zu diesem Projekt. Ziel ist es, psychische Gesundheit als integralen Bestandteil der Organisationsentwicklung zu etablieren und damit einen nachhaltigen Kulturwandel anzustoßen. Um dies zu erreichen, liegt der Fokus im Projekt auf vier zentralen Handlungsfeldern:

  • Destigmatisierung und Enttabuisierung psychischer Gesundheit,
  • Schaffung gesundheitsförderlicher organisationaler Rahmenbedingungen,
  • Entwicklung und Umsetzung wirksamer Maßnahmen zur Förderung und Erhaltung der psychischen Gesundheit sowie
  • konsequente partizipative Einbindung aller Stakeholder, insbesondere von Führungskräften, Mitarbeiter*innen und dem Top-Management.
  • Wissenschaftlicher Hintergrund: Das Projekt basiert auf etablierten gesundheits-, sozial- und organisationspsychologischen Modellen und gewährleistet dadurch eine evidenzbasierte Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen. Die Maßnahmen zur Enttabuisierung und Destigmatisierung psychischer Gesundheit orientieren sich am Stigma-Modell von Patrick W. Corrigan, indem durch Sensibilisierung, Wissensvermittlung und offene Kommunikation sowohl öffentliches Stigma als auch Selbststigmatisierung gezielt adressiert werden. Die Kommunikationsstrategie zur Sensibilisierung und Förderung gesundheitsbezogener Einstellungen basiert auf dem Elaboration Likelihood Model (ELM) von Richard E. Petty und John T. Cacioppo, das nachhaltige Einstellungs- und Verhaltensänderungen durch die Kombination zentraler und peripherer Informationsverarbeitung erklärt. Die Förderung der Gesundheitskompetenz orientiert sich am Health-Literacy-Modell von Sørensen et al. und stärkt gezielt die vier Kernkompetenzen Finden, Verstehen, Bewerten und Anwenden gesundheitsrelevanter Informationen. Darüber hinaus bilden die Theorie der sozialen Unterstützung von Cohen und Wills – mit dem Modell der direkten Effekte und der Stress-Buffering-Hypothese – die wissenschaftliche Grundlage Maßnahmen wie Peer-Groups, das Netzwerk psychischer Ersthelfer*innen sowie die Stärkung gesundheitsorientierter Führung.

    Zielgruppe und Ziele der Maßnahme: Die Zielgruppen des Projekts wurden auf Grundlage eines wissenschaftlich fundierten Präventionsansatzes entsprechend der Klassifikation von Gordon (1983) definiert. Dadurch wird sichergestellt, dass Maßnahmen bedarfsgerecht entwickelt und zielgruppenspezifisch umgesetzt werden.

    Folgende Zielgruppen stehen im Fokus des Projekts:

  • Führungskräfte (Universelle Prävention): Stärkung der Handlungskompetenz im Umgang mit psychischer Gesundheit sowie Förderung einer gesundheitsorientierten Führungskultur.
  • Mitarbeiter*innen (Universelle Prävention): Sensibilisierung, Gesundheitsförderung und Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz.
  • Berufseinsteiger*innen in der Pflege (Selektive Prävention): Unterstützung einer besonders vulnerablen Zielgruppe in einer Phase erhöhter beruflicher und persönlicher Anforderungen.
  • Mitarbeiter*innen mit psychischen Belastungen oder Störungen der psychischen Gesundheit (Indizierte Prävention): Frühzeitige und niederschwellige Unterstützungsangebote zur Stabilisierung und Förderung der psychischen Gesundheit.
  • Mit den gesetzten Maßnahmen werden folgende Ziele verfolgt:

  • Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für die Bedeutung psychischer Gesundheit in der Arbeitswelt.
  • Enttabuisierung und Destigmatisierung psychischer Störungen.
  • Schaffung gesundheitsförderlicher organisationaler Rahmenbedingungen, die den Erhalt und die Förderung psychischer Gesundheit über alle Lebensphasen hinweg unterstützen.
  • Stärkung der Gesundheitskompetenz und des Empowerments der Mitarbeiter*innen, damit sie ihre psychische Gesundheit aktiv erhalten und fördern können.
  • Verankerung psychischer Gesundheit im Arbeitsalltag, indem das Thema aktiv zu Mitarbeiter*innen, Führungskräften und Teams gebracht und als selbstverständlicher Bestandteil der Organisationskultur etabliert wird.
  • Inhalt/Methode:

  • Psychoedukation und Gesundheitskommunikation: Vermittlung evidenzbasierter Informationen zur psychischen Gesundheit über niederschwellige Kommunikationsformate, beispielsweise Plakate an stark frequentierten Orten (z. B. Speisesaal, Toiletten), interne Informationskampagnen und digitale Kommunikationskanäle.
  • Workshops und Qualifizierungsmaßnahmen: Durchführung zielgruppenspezifischer Workshops für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte zur Sensibilisierung, Förderung der Gesundheitskompetenz sowie zum Abbau von Stigmatisierung und Unsicherheiten im Umgang mit psychischer Gesundheit.
  • Förderung sozialer Beziehungen: Umsetzung organisationsweiter Aktionen zur Stärkung von Wertschätzung, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung, beispielsweise die Initiative „Wir haben so viele tolle Menschen hier – sagen wir es ihnen.“
  • Peer-Groups und Unterstützungsnetzwerke: Aufbau und Begleitung von Peer-Groups sowie eines Netzwerks organisationsinterner psychischer Ersthelfer*innen zur Förderung sozialer Unterstützung und frühzeitigen Hilfestellung.
  • Arbeits- und gesundheitspsychologische Beratung: Niederschwellige arbeits- und gesundheitspsychologische Beratungsangebote für Mitarbeiter*innen, Führungskräfte und Teams zur Prävention, Gesundheitsförderung und Bewältigung psychischer Belastungen.
  • Psychoedukation und Gesundheitskommunikation: Vermittlung evidenzbasierter Informationen zur psychischen Gesundheit über niederschwellige Kommunikationsformate, beispielsweise Plakate an stark frequentierten Orten (z. B. Speisesaal, Toiletten), interne Informationskampagnen und digitale Kommunikationskanäle.
  • Workshops und Qualifizierungsmaßnahmen: Durchführung zielgruppenspezifischer Workshops für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte zur Sensibilisierung, Förderung der Gesundheitskompetenz sowie zum Abbau von Stigmatisierung und Unsicherheiten im Umgang mit psychischer Gesundheit.
  • Förderung sozialer Beziehungen: Umsetzung organisationsweiter Aktionen zur Stärkung von Wertschätzung, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung, beispielsweise die Initiative „Wir haben so viele tolle Menschen hier – sagen wir es ihnen.“
  • Peer-Groups und Unterstützungsnetzwerke: Aufbau und Begleitung von Peer-Groups sowie eines Netzwerks organisationsinterner psychischer Ersthelfer*innen zur Förderung sozialer Unterstützung und frühzeitigen Hilfestellung.
  • Arbeits- und gesundheitspsychologische Beratung: Niederschwellige arbeits- und gesundheitspsychologische Beratungsangebote für Mitarbeiter*innen, Führungskräfte und Teams zur Prävention, Gesundheitsförderung und Bewältigung psychischer Belastungen.
  • Psychoedukation und Gesundheitskommunikation: Vermittlung evidenzbasierter Informationen zur psychischen Gesundheit über niederschwellige Kommunikationsformate, beispielsweise Plakate an stark frequentierten Orten (z. B. Speisesaal, Toiletten), interne Informationskampagnen und digitale Kommunikationskanäle.
  • Workshops und Qualifizierungsmaßnahmen: Durchführung zielgruppenspezifischer Workshops für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte zur Sensibilisierung, Förderung der Gesundheitskompetenz sowie zum Abbau von Stigmatisierung und Unsicherheiten im Umgang mit psychischer Gesundheit.
  • Förderung sozialer Beziehungen: Umsetzung organisationsweiter Aktionen zur Stärkung von Wertschätzung, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung, beispielsweise die Initiative „Wir haben so viele tolle Menschen hier – sagen wir es ihnen.“
  • Peer-Groups und Unterstützungsnetzwerke: Aufbau und Begleitung von Peer-Groups sowie eines Netzwerks organisationsinterner psychischer Ersthelfer*innen zur Förderung sozialer Unterstützung und frühzeitigen Hilfestellung.
  • Arbeits- und gesundheitspsychologische Beratung: Niederschwellige arbeits- und gesundheitspsychologische Beratungsangebote für Mitarbeiter*innen, Führungskräfte und Teams zur Prävention, Gesundheitsförderung und Bewältigung psychischer Belastungen.
  • Beginn/ Laufzeit/ Abschluss des Projekts: Beginn des Projekts 2023

    Bisherige Erfolge/ Meilensteine: Erfolgreiche Implementierung von „Challenge Accepted – Das psychosoziale Unterstützungsprogramm für Berufseinsteiger*innen in der Pflege“

    Das Programm begleitet Berufseinsteigerinnen in einer besonders vulnerablen Phase mit hohen fachlichen, emotionalen und persönlichen Anforderungen. Die Kohorten der Berufseinsteiger*innen in der Pflege, die am Programm teilgenommen haben, weisen eine äußerst niedrige jährliche Fluktuationsrate auf: Von insgesamt 59 teilnehmenden Berufseinsteiger*innen verließen innerhalb von 2 Jahren lediglich 6 Berufseinsteiger*innen die Organisation. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Programm nicht nur die psychosozialen Ressourcen der Teilnehmenden stärkt, sondern auch einen relevanten Beitrag zur Bindung von Berufseinsteiger*innen und zur Sicherung von Fachkräften leistet.

    2. Aufbau eines Netzwerks psychischer Ersthelfer*innen

    Durch die Ausbildung organisationsinterner psychischer Ersthelfer*innen wurde ein niederschwelliges Unterstützungsnetzwerk etabliert. Dieses stärkt die Früherkennung psychischer Belastungen, erleichtert die Vermittlung an professionelle Hilfsangebote und fördert eine offene Gesprächskultur im Umgang mit psychischer Gesundheit.

    3. Erfolgreiche Einführung des Programms „Hilfe für die Psyche“

    Mit der Übernahme von fünf Einheiten Psychotherapie bzw. klinisch-psychologischer Behandlung wurde ein rasch verfügbarer und niederschwelliger Zugang zu professioneller Unterstützung geschaffen. Das Angebot stärkt die Frühintervention bei psychischen Belastungen, reduziert Zugangsbarrieren und leistet einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung psychischer Gesundheit innerhalb der Organisation.

    4. Nachweisbare Verbesserung gesundheitsbezogener Kennzahlen

    Die Krankenstandanalyse 2024 zeigt positive Effekte auf Organisationsebene. Die durchschnittliche Dauer psychisch bedingter Krankenstände beträgt in der Organisation 31 Tage und liegt damit rund 15,5 % unter dem österreichischen Durchschnitt von 36,7 Tagen. Dieses Ergebnis ist konsistent mit der angenommenen Wirksamkeit der präventiven Maßnahmen sowie der feststellbaren Nutzung der organisationsinternen niederschwelligen Unterstützungsangebote.

    5. Stärkung einer gesundheitsförderlichen Organisationskultur

    Die steigende Nutzung arbeits- und gesundheitspsychologischer Beratungsangebote (+104 % zwischen 2022 und 2025) sowie die nahezu Verdoppelung der Beratungen aufgrund biopsychosozialer Krisen (+96,87 %) deuten darauf hin, dass psychische Gesundheit zunehmend enttabuisiert wird und Mitarbeiter*innen vorhandene Unterstützungsangebote aktiv in Anspruch nehmen. Dies spricht für eine erhöhte Akzeptanz psychischer Gesundheit und eine gesundheitsförderliche Organisationskultur.

    Einreichende Organisation/ Person: MMag. Josef Fellner/ Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried Betriebsgesellschaft m.b.H.