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Gesundes Museum
Beschreibung: Demenz ist eine der größten Herausforderung für unser Gesundheitssystem mit derzeit ca. 45 Millionen Betroffenen weltweit, wobei 45% aller Demenzerkrankungen durch einen aktiven und gesunden Lebensstil verhindert werden könnten. Das vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) und der Wiener Gesundheitsförderung (WIG) finanzierte Projekt "Gesundes Museum" zeigt, wie Museen zu Orten der Förderung von Hirngesundheit für ältere Menschen werden können. Als Projektpartner:innen konnten das Kunsthistorische Museum Wien, die Albertina, das Wien Museum und das Technische Museum Wien sowie die Wiener Bezirksmuseen gewonnen werden.
Problemstellung/ Ausgangslage: Soziale Isolation, Einsamkeit und Inaktivität sind bedeutende Risikofaktoren für die Entwicklung einer Demenz. Trotz der nachgewiesenen Vorteile eines aktiven Lebensstils gibt es derzeit noch zu wenige konkrete Angebote und Informationen für die Bevölkerung. Museen bieten ein großes Potenzial als Orte der Begegnung und geistigen Anregung, es fehlen bislang jedoch spezifische Programme und niederschwellige Zugänge, die auf die Bedürfnisse isolierter älterer Menschen zugeschnitten sind. Zudem gibt es bislang kaum wissenschaftlich evaluierte Ansätze, wie Museen gezielt zur Förderung der Hirngesundheit beitragen können. Das Pilot-Projekt "Gesundes Museum" setzt genau an diesen Punkten an, um innovative Wege zur Prävention und Gesundheitsförderung im Alter zu erproben.
Wissenschaftlicher Hintergrund: 45 % aller Demenzerkrankungen könnten durch einen aktiven Lebensstil verhindert werden. Studien zeigen, dass soziale Isolation, Einsamkeit und Inaktivität wesentliche Risikofaktoren für die Entwicklung einer Demenz sind. Auch die WHO (Risk reduction of cognitive decline and dementia“, 2026) fordert alle Länder auf, dringend spezifische Programme zur Demenzprävention zu entwickeln. Studien zeigen, dass Museen als kulturelle Orte ein großes Potenzial besitzen, ältere Menschen kognitiv und sozial zu stimulieren und so die soziale und kognitive Gesundheit zu fördern. Um die Wirksamkeit dieser gesundheitsfördernden Maßnahmen zu belegen, ist es nötig, motivierende Angebote zu entwickeln und zu evaluieren.
Zielgruppe und Ziele der Maßnahme: Die primäre Zielgruppe des Projekts waren Menschen ab 60 Jahren, die sich Sorgen um ihr Gedächtnis machen, sozial isoliert leben, sich einsam fühlen und wenig Museumserfahrung haben. Explizit ausgeschlossen wurden Personen, die von einer Demenz betroffen sind.Indirekte Zielgruppen waren Kunst- und Kulturvermittler:innen, Museen, die Gesellschaft, sowie Medienvertreter:innen. Ein Ziel des multiprofessionellen Projekts "Gesundes Museum" war, in einem co-kreativem Prozess ein bedürfnisgerechtes Programm zu entwickeln und in unterschiedlichen Museumsumgebungen in Wien zu evaluieren.Die Ergebnisse sollen Museen dazu motivieren, ihre Rolle als Gesundheitseinrichtungen noch stärker wahrzunehmen.
Inhalt/Methode: In dem Projekt "Gesundes Museum" wurde die Methode eines Kurszyklus entwickelt (Teilnehmer:innen kommen 4 Wochen lang einmal in der Woche in einem Museum zusammen und nehmen an einem strukturierten Programm teil). Für jeden Kurszyklus wurden ca. 10 Personen rekrutiert, die in einem Vorgespräch mit einer Psychologin gescreent wurden, um Demenzsymptome auszuschließen und die Studienparameter zu erheben (Baseline). Jeder der vier Kurse begann mit einer Willkommensrunde, gefolgt von der gemeinsamen Betrachtung ausgewählter Kunstwerke und einer abschließenden Diskussionsrunde. Jeder Kurs war unter ein spezifisches Thema gestellt (z.B. Reisen, Bewegung, "Einsam, Zweisam, Gemeinsam" bis zu "Gleisgeschichten: 200 Jahre Eisenbahn"). Die Vermittlungsmethode setzte auf die Methode des "langsamen Schauens", Detailfokus und die Bildung einer "lernenden Gemeinschaft". Die Aktivitäten wurden durch standardisierte Fragebögen, Verhaltensbeobachtungen und verbales Feedback evaluiert
Webseite: https://www.donau-uni.ac.at/de/universitaet/organi...
Beginn/ Laufzeit/ Abschluss des Projekts: Dezember 2023 bis voraussichtlich Oktober 2026
Bisherige Erfolge/ Meilensteine: 68 Personen (davon 9 Männer, Durchschnittsalter 72 Jahre) konnten für das Projekt rekrutiert werden und nahmen an einem der sieben Kurse in den verschiedenen Museen in Wien teil. Die Kurse wurden von den Teilnehmenden sehr positiv beurteilt, insbesondere die interaktive und wertschätzende Vermittlung sowie die kleine Gruppengröße wurden positiv bewertet. Das Wohlbefinden der Teilnehmenden konnte durch die Kurse signifikant gesteigert werden. Keine eindeutigen Ergebnisse gab es hinsichtlich einer Reduktion des Einsamkeitsgefühls der Personen. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Museen und sozialen Einrichtungen wurde im Rahmen des Projekts erfolgreich etabliert. Es fanden regelmäßige Feedback- und Abschlussrunden sowie Workshops zum kontinuierlichen Austausch zwischen allen Projektpartner:innen statt. Weiters wurde eine Abschlussveranstaltung mit Medienbeteiligung organisiert. Die Erfahrungen und Methoden werden in einem Leitfaden zusammengefasst, in dem wertvolle Empfehlungen für die Weiterentwicklung ähnlicher Programme veröffentlicht und geteilt werden.
Einreichende Organisation/ Person: Stefanie Auer/ Department für Demenzforschung und Pflegewissenschaft in Kooperation mit FGÖ Wien / WIG Wien / Kunsthistorisches Museum Wien
Weiterführende/ergänzende Links zur Maßnahme: www.donau-uni.ac.at/gesundesmuseum
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