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handyexpetriment.at
Beschreibung: „Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass mich mitmachen, und ich werde es verstehen.“ So lautet ein chinesisches Sprichwort.
Um die Auswirkungen eines exzessiven Handykonsums spür- und erlebbar zu machen, hatten im Jahr 2026 72.000 Schülerinnen und Schüler aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Italien, die Möglichkeit, im Rahmen des wissenschaftlich und medial intensiv begleiteten Handyexperiments 21 Tage auf das Smartphone zu verzichten. Die Folge dessen war, dass das psychische Wohlbefinden sowie die Schlafqualität sich deutlich verbesserten und soziale Begegnungen wieder verstärkt in der realen Welt stattfanden. Ein wichtiger Beitrag zu einem bewussteren und selbstbestimmteren Umgang mit dem Smartphone abseits von peer pressure und Suchtdruck.
Problemstellung/ Ausgangslage: Das Smartphone und die auf ihm laufenden Applikationen sind so gestaltet, dass diese uns kontrollieren. Ständig werden wir von Notifications, Appmeldungen, Posts etc. bombardiert und müssen fast zwanghaft unmittelbar darauf reagieren, da wir ansonsten das Gefühl bekommen etwas zu verpassen (Fear of missing out), nicht dabei zu sein und unter Umständen sogar ausgeschlossen zu werden. Daher ist es unumgänglich einen vernünftigen Umgang mit dem Smartphone zu erlernen, der es uns möglich macht, selbst die Kontrolle zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Die zunehmende Digitalisierung steht im Verdacht unsere sozialen Interaktionen sowie unsere emotionale Kompetenz negativ zu beeinflussen. Wir dürfen echte Menschliche Begegnungen nicht zu Gunsten des Internets und der sozialen Medien vernachlässigen. Gerade Kinder müssen im Sinne der Taschenrechner-Regel soziale Interaktionen und emotionale Kompetenz erst in der echten Welt lernen, bevor sie dies auch in der digitalen erleben können. Dann sind die Gefahren der digitalen Welt deutlich geringer.
Wissenschaftlicher Hintergrund: Der Präfrontale Kortex ist erst mit ca. 28-30 Jahren vollständig ausgereift. Dort befindet sich jedoch ein Teil der Exekutivfunktionen, die uns planvoll-vorausschauendes Denken ermöglichen. Gerade bei so hoch attraktiven Reizen, wie sie das Smartphone generiert, fällt es jüngeren Menschen besonders schwer, diesen zu widerstehen. Prävention im Kontext der Smartphone/ Internetabhängigkeit bedeutet sowohl Verhaltens- als auch Verhältnisprävention. Neben dem Anstoß zum öffentlichen Diskurs bis hin zu gesetzlichen Regelungen trägt das Projekt ganz wesentlich zum Kompetenzerwerb der jungen Nutzerinnen und Nutzer bei. Derzeit weist jeder Dritte ein problematisches bzw. pathologisches Smartphonenutzungsverhalten auf. Neben den Sozialen Medien sind das vor allem das Computerspielen, das Glücksspiel, die Kaufsucht und die problematische Pornographienutzung (= "Big Five" der Abhängigkeitsrisiken am Smartphone).
Zielgruppe und Ziele der Maßnahme: Kinder und Jugendliche mit intensivem Smartphonekonsum. Intensiver Smartphonekonsum läuft durch Mechanismen wie operanter Konditionierung und intermittierender Verstärkung weitgehend unbewusst ab und führt so zu einer immer exzessiveren Nutzung. Das Experiment hatte nicht die Intention eine totale Handyabstinenz herbei zu führen, sondern bot lediglich die Möglichkeit zur Selbstreflexion des eigenen Nutzungsverhaltens. Denn nur, was ich bewusst wahrnehme, kann ich auch willentlich verändern. Und in der Gruppe der Gleichaltrigen gelingt dies noch viel besser und einfacher.
Inhalt/ Methode: Es wurden zu drei Zeitpunkten Fragebögen vorgegeben (pre, post und 5 Wochen Follow-up). Die Schülerinnen und Schüler hatten so die Möglichkeit, die durch den Verzicht bzw. Reduktion der Handynutzung auftretenden Effekte rückgemeldet zu bekommen.
Webseite: handyexpetriment.at; scheibenbogen.at
Beginn/ Laufzeit/ Abschluss des Projekts: 8.1.2026 - 28.4.2026 wissenschaftliche Publikation in Arbeit
Bisherige Erfolge/ Meilensteine: Die Teilnahme war enorm, ebenso das Medienecho. Daraus erfolgten zahlreiche Einladungen zu Vorträgen und Beratungen u.a. zum intendierten Social Media Verbot der Bundesregierung. Zweidrittel der Schülerinnen und Schüler haben das Experiment erfolgreich abgeschlossen und die 21 Tage durchgehalten. Auch fünf Wochen später konnte die Verbesserung in den psychometrischen Skalen noch nachgewiesen werden. In einigen Schulen hat sich das Pausenverhalten deutlich verändert, so werden wieder verstärkt Bewegungsspiele (Fußball im Hof, Wuzzler) verstärkt genutzt. Es ist auch wieder, so die Rückmeldung der Lehrerinnen und Lehrer, lauter geworden in den Pausen - ein starkes Indiz für einen intensiveren sozialen Austausch.
Einreichende Organisation/ Person: Anton Proksch Institut in Kooperation mit ORF DOK1 (Lisa Gardenstätter), IRC Dr. Prieler, Fabian Scheck Lehrer Gymnasium Gänserndorf
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