Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

Mental Health – Führung stärken, Sicherheit geben

Beschreibung: Mental Health neu gedacht: Wissen schafft Sicherheit, Haltung schafft Veränderung.

Die interdisziplinäre Impulsworkshop-Reihe verbindet arbeitsmedizinische und (gesundheits)psychologische Expertise mit konkreten Situationen aus dem Führungsalltag und macht Führungskräfte fit für einen sicheren, wertschätzenden Umgang mit psychischer Belastung. Dabei werden nicht nur Handlungskompetenzen gestärkt, sondern auch Berührungsängste abgebaut und psychische Gesundheit selbstverständlich in Führung integriert.

Kooperationspartner Fresenius Kabi Austria möchte damit seine Führungspersonen sensibilisieren und gleichzeitig stärken, "Mental Health" Themen frühzeitig und zielgerichtet anzusprechen.

Problemstellung/ Ausgangslage: Psychische Belastungen gehören zunehmend zum Arbeitsalltag – gleichzeitig bestehen im Umgang damit häufig Unsicherheit, Berührungsängste und fehlendes Handlungswissen. Genau hier setzt die interdisziplinär von Arbeitsmedizin und (Gesundheits)Psychologie entwickelte Impulsworkshop-Reihe zum Thema „Mental Health“ an. Das Ziel: Führungskräfte zu befähigen, psychisch belastete Mitarbeitende frühzeitig wahrzunehmen, sicher anzusprechen und angemessen zu unterstützen. In dreistündigen, praxisorientierten Workshops werden fundiertes Wissen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für typische Situationen aus dem Führungsalltag vermittelt. Anhand von Fallbeispielen und praxisnahen Übungen wird aufgezeigt, was Führungskräfte selbst tun können – und wo professionelle Unterstützung erforderlich ist. Gleichzeitig schafft die Reihe einen offenen Zugang zum Thema psychische Gesundheit, baut Ängste und Vorurteile ab und fördert einen selbstverständlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen. Damit verbindet das Projekt wissenschaftliche Expertise mit unmittelbarer Alltagstauglichkeit und stärkt nachhaltig die Handlungssicherheit von Führungskräften. Mental Health wird so nicht nur zum Gesundheitsthema, sondern zu einem wichtigen Bestandteil guter und verantwortungsvoller Führung.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Obwohl psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen nur 2,6 % der Krankenstandsfälle ausmachten, verursachten sie 10 % aller Krankenstandstage. Mit durchschnittlich 37,2 Krankenstandstagen je Fall weisen psychische Erkrankungen damit eine deutlich längere Ausfalldauer auf als viele andere Krankheitsgruppen.
(Quelle: Fehlzeitenreport der SV, 2024, https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/?contentid=10007.899127)

Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung eines kompetenten Umgangs mit psychischer Gesundheit im Unternehmen. Führungskräfte sind dabei eine wichtige Schnittstelle, da sie Veränderungen bei Mitarbeitenden häufig frühzeitig wahrnehmen, erste Gespräche führen und wesentlich dazu beitragen können, dass Betroffene Unterstützung erhalten. Wissen über psychische Erkrankungen, konkrete Handlungsmöglichkeiten und ein sicherer Umgang mit dem Thema können dazu beitragen, Unsicherheiten und Stigmatisierung abzubauen und eine gesundheitsförderliche Arbeitskultur zu stärken.

Zielgruppe und Ziele der Maßnahme:
Zielgruppe: Führungskräfte der unterschiedlichsten Abteilungen bei Fresenius Kabi Austria (Standort Graz und Werndorf)

Ziele:
Sensibilisierung: Führungskräfte für psychische Gesundheit und psychische Belastungen im Arbeitskontext sensibilisieren und deren Relevanz für den Führungsalltag sichtbar machen.

Wissen vermitteln: Grundlegendes Wissen über psychische Erkrankungen, deren Anzeichen und mögliche Auswirkungen auf das Arbeitsleben vermitteln.

Handlungssicherheit stärken: Führungskräfte befähigen, psychische Belastungen frühzeitig wahrzunehmen, angemessen anzusprechen und in herausfordernden Situationen sicher zu handeln.

Praxisnähe schaffen: Konkrete, alltagstaugliche Handlungsmöglichkeiten für typische Situationen im Führungsalltag vermitteln und anhand von Fallbeispielen erproben.

Berührungsängste abbauen: Unsicherheiten, Vorurteile und Ängste im Umgang mit psychisch erkrankten oder belasteten Mitarbeitenden reduzieren und einen offenen Umgang mit Mental Health fördern.

Gesprächskompetenz fördern: Führungskräfte darin unterstützen, wertschätzende und konstruktive Gespräche über psychische Belastungen zu führen, ohne dabei die Grenzen ihrer Führungsrolle zu überschreiten.

Ressourcen und Unterstützung aufzeigen: Kenntnisse über innerbetriebliche und externe Unterstützungsangebote sowie über die Rolle von Arbeitsmedizin und Psychologie vermitteln.

Gesundheitsförderliche Führung stärken: Einen nachhaltigen Beitrag zu einer Unternehmenskultur leisten, in der psychische Gesundheit selbstverständlich angesprochen und als Bestandteil guter Führung verstanden wird.

Inhalt/ Methode: Methodik: Die dreistündigen Impulsworkshops verbinden kompakte fachliche Inputs mit interaktiven und praxisnahen Methoden. Neben kurzen Vorträgen zu zentralen Aspekten psychischer Gesundheit ermöglichen Gruppenarbeiten, Fallbeispiele und moderierte Diskussionen die unmittelbare Übertragung des Gelernten auf konkrete Situationen aus dem Führungsalltag. Ein besonderer Fokus liegt auf einem offenen, wertschätzenden und vertrauensvollen Austausch über eigene Erfahrungen, der unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht und zur Reflexion des eigenen Führungsverhaltens anregt. Durch die Kombination aus Wissensvermittlung, Erfahrungsaustausch und praktischer Anwendung werden sowohl fachliche Kompetenz als auch Handlungssicherheit im Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitenden gestärkt.

Webseite: www.ks-coaching.com

Beginn/ Laufzeit/ Abschluss des Projekts: 07.05.2025, derzeit kein Abschluss geplant, weitere Workshops und Maßnahmen befinden sich in Konzeption, aufgrund der positiven Resonanz.

Bisherige Erfolge/ Meilensteine: Die Impulsworkshop-Reihe stieß bei den Teilnehmenden auf sehr positive Resonanz und führte zu einer deutlich wahrgenommenen Sensibilisierung für das Thema Mental Health. Besonders hervorgehoben wurden die praxisnahe Gestaltung sowie die erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit von Arbeitsmedizin und Psychologie, durch die unterschiedliche fachliche Perspektiven miteinander verbunden werden konnten. Die Teilnehmenden berichteten von einer gesunkenen Hemmschwelle, psychische Belastungen im Führungsalltag anzusprechen, sowie von mehr Sicherheit im Umgang mit betroffenen Mitarbeitenden. Die hohe Nachfrage nach weiteren Workshops bestätigt den konkreten Bedarf und die Akzeptanz des Formats. Als unmittelbare Weiterentwicklung der Reihe wurde ein weiterer Workshop zum Thema „Burnout & Stressmanagement“ konzipiert. Damit entwickelte sich aus dem ursprünglichen Projekt eine nachhaltige Maßnahmenreihe, die kontinuierlich um relevante Themen der psychischen Gesundheit erweitert wird. Weitere innovative Maßnahmen sind bereits in Planung, um Mental Health langfristig und wirksam in der Führungs- und Unternehmenskultur zu verankern.

Einreichende Organisation/ Person: Mag. Katrin Purgstaller-Schneidhofer (Arbeitspsychologin, Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin), Dr. Maria Baranyi (Arbeitsmedizinerin bei Fresenius Kabi Austria)