Österreichische Akademie für Psychologen | ÖAP

Referat für Klinische- und Gesundheitspsychologie in Kranken- und Gesundheitseinrichtungen

​Referat für Klinische- und Gesundheitspsychologie in Kranken- und Gesundheitseinrichtungen

(Intern: „Referat für Spitalspsychologie“)

Die Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie haben sich im öffentlichen Gesundheitssystem seit vielen Jahren etabliert und bewährt. Heute sind sie ein fester Bestandteil der Versorgung – zentrale Säulen, deren Bedeutung weiter gefestigt und ausgebaut werden soll.

Klinische und Gesundheitspsycholog:innen leisten in Krankenanstalten, Rehabilitationskliniken, Ambulatorien, psychosozialen Diensten, Kur- und Pflegeeinrichtungen einen entscheidenden Beitrag zur ganzheitlichen Behandlung und Betreuung von Patient:innen. Sie begleiten nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige und unterstützen Mitarbeiter:innen im fordernden Alltag der Versorgung.

In einer Zeit, in der psychische Gesundheit oft an den Rand gedrängt wird und erst nach tragischen Ereignissen ins öffentliche Bewusstsein rückt, ist es umso wichtiger, klinisch-psychologische und gesundheitspsychologische Arbeit nicht als kurzfristige Krisenintervention zu verstehen. Vielmehr braucht es eine dauerhafte Verankerung in unseren gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen.
Gesundheitspsychologie und Klinische Psychologie denken weiter – sie setzen früher an, handeln präventiv und ganzheitlich. Sie beraten Menschen in belastenden Lebenssituationen, behandeln professionell, schaffen tragfähige Netzwerke für Betroffene, tragen maßgeblich zur Qualitätssicherung und wissenschaftlichen Forschung in Einrichtungen bei. Ihre Arbeit ist nicht nur Reaktion, sondern aktive Mitgestaltung einer gesunden Zukunft.

Das breite Spektrum psychologischer Leistungen in den stationären und (halb)ambulanten Kranken- und Gesundheitseinrichtungen umfasst u.a.:

  • Krisenintervention, Krisenberatung und -begleitung sowie Indikation für weiterführende Krisen-Bewältigungsmaßnahmen in und nach akuten Belastungs- und traumabezogenen Situationen und Ereignissen
  • Kurz- und längerfristige psychologische Begleitung und Behandlung während und nach einem stationären Aufenthalt
  • Kurz- & längerfristige psychologische Begleitung und Behandlung in extramuralen Versorgungsstrukturen
  • Klinisch-psychologische, gesundheitspsychologische und neuropsychologische Diagnostik zur Erfassung von Störungen, Erkrankungen, Belastungen, Störungsbedingungen, kognitiven Einschränkungen sowie Ressourcen, Resilienz und Bedingungen für therapeutische und Gesundheitsförderungs-Ansatzpunkte
  • Indikation zu weiterführenden poststationären klinisch-psychologischen, gesundheitspsychologischen und/oder psychotherapeutischen Maßnahmen und Behandlungen
  • Interventionen zur (sekundären) Prävention und Gesundheitsförderung bei psychischen und organischen Erkrankungen (klinisch-gesundheitspsychologische Maßnahmen)
  • Fallführung und interdisziplinäre Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams
  • Vernetzung mit unterschiedlichen Versorgungsstrukturen, um Kontinuität sicherzustellen
  • Arbeit mit Angehörigen, um diese zu entlasten und in den Behandlungsprozess einzubinden
  • Mitarbeiterschulung und -betreuung, z. B. zur Förderung von Resilienz, Kommunikation und Teamarbeit
  • Anleitung von Fachausbildungspsycholog:innen und Praktikant:innen im Rahmen ihrer klinisch-psychologischen und gesundheitspsychologischen Ausbildung
  • Beiträge zu Forschung, Qualitätssicherung und Organisationsentwicklung, die das Gesundheitssystem langfristig stärken
  • Und vieles mehr

Die hohe Wirksamkeit dieser Leistungen basiert auf der umfangreichen Fachexpertise der Klinischen Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen. Durch ihre langjährige, wissenschaftlich fundierte Ausbildung sowie kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen in unterschiedlichen Anwendungsbereichen (z.B. Neuropsychologie, Psychoonkologie, Psychotherapie etc.) bringen sie aktuelles Fachwissen, methodische Vielfalt und praxisnahe Kompetenzen in die stationäre Versorgung ein.

Trotz dieser zentralen Rolle sind die Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie in der Gesundheitsversorgung noch zu wenig sichtbar. Unser Ziel ist es daher, ihre Bedeutung klarer darzustellen, ihre Wirkung im Gesundheitssystem hervorzuheben und die Position unserer Berufsgruppe nachhaltig zu stärken.

Unsere Mission – Psychologie sichtbar machen

Die Psychologie in Krankenanstalten umfasst ein äußerst vielfältiges Tätigkeitsfeld. Die Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie findet sich in der Versorgung von PatientInnen und deren Angehörigen aber auch der Forschung in fast allen Bereichen der Medizin. Darüber hinaus hat sie Wir bieten klinischen & Gesundheitspsycholog:innen in Kranken- und Gesundheitseinrichtungen eine Plattform für Vernetzung, Austausch und Mitgestaltung sowie für Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Wir unterstützen Fachkolleg:innen in Ausbildung bei der Suche nach Ausbildungsstellen und Ausbildungsmöglichkeiten

Wir bieten regelmäßige Treffen in allen neun Bundesländern – sowohl virtuell als auch in Präsenz – und schaffen so Raum für fachlichen Austausch und Diskussionen und berufspolitisches Engagement.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Fachkompetenz:
Wir unterstützen Psycholog:innen darin, im beruflichen Alltag sicher, kompetent und versiert aufzutreten – auch bei berufsrechtlichen und juristischen Fragestellungen, die im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Damit leisten wir einen aktiven Beitrag, dass die Klinische und Gesundheitspsychologie im Gesundheitssystem nicht nur präsent ist, sondern als unverzichtbarer Partner anerkannt und gestärkt werden.

Historie & Netzwerk – 40 Jahre „Spitalspsychologen und Spitalspsychologinnen im BÖP“

Vor über 40 Jahren begann die Vernetzung in Oberösterreich – aus einer kleinen Initiative entwickelte sich ein lebendiges Netzwerk der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie in Kranken- und Gesundheitseinrichtungen, das heute in allen Bundesländern vertreten ist.

Unsere Treffen widmen sich praxisnahen Themen aus dem Klinikalltag ebenso wie berufspolitischen Fragestellungen. Das Netzwerk lebt durch die aktive Mitarbeit vieler engagierter Kolleg:innen, die ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen und so die Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie im Gesundheitssystem kontinuierlich weiterentwickeln.

Chancen und Herausforderungen für die Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie

Die Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie eröffnen vielfältige Chancen in der stationären Versorgung:

  • Ganzheitliche Verbesserung der Behandlung und Rehabilitation
  • Psychologische Unterstützung und Entlastung von Patient:innen, Angehörigen und Mitarbeiter:innen
  • Wissenschaftliche Impulse für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems
  • Stärkung von Resilienz, Teamarbeit und Arbeitszufriedenheit in Gesundheitseinrichtungen

Zentrale Herausforderungen bleiben:

  • Begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen
  • Zunehmende Komplexität von Krankheitsbildern
  • Notwendigkeit einer stärkeren Verankerung psychologischer Expertise, sowohl der Gesundheits- wie auch der Klinischen Psychologie in multiprofessionellen Versorgungskonzepten
  • Förderung und Ausbildung des Nachwuchses und Schaffung von Ausbildungsplätzen für zukünftige Klinishe Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen

Gerade deshalb braucht es mehr Sichtbarkeit, Anerkennung und Mitsprache für die Psychologie im Österreichischen Gesundheitssystem.

Mitgestalten – für mehr Sichtbarkeit und Stärke

Die Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie in Kranken- und Gesundheitseinrichtungen lebt von aktiver Beteiligung. Jede Psychologin und jeder Psychologe kann dazu beitragen, die Rolle unserer Berufsgruppe im Gesundheitssystem sichtbarer zu machen und nachhaltig zu stärken.

Ihre Teilnahme und Ihre Mitarbeit an dem Referat ermöglichen:

  • Mitgestaltung berufspolitischer Anliegen
  • Vernetzung mit Kolleg:innen in ganz Österreich
  • Praxisnähe durch Erfahrungsaustausch und gemeinsame Lösungsansätze
  • Fort- und Weiterbildung: Sicherheit im Auftreten, auch bei rechtlichen Fragen
  • Einflussnahme auf die Positionierung der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie gegenüber Ministerien, Ländern und Institutionen

Nur gemeinsam gelingt es, die unverzichtbare Rolle der Psychologie klar zu zeigen und im Gesundheitssystem fest zu verankern.

​Ansprechpersonen und ihre Positionen

Das Referat für Klinische- und Gesundheitspsychologie in Kranken- und Gesundheitseinrichtungen (kurz: Referat für Spitalspsychologie) ist Teil der Fachsektion Klinische Psychologie im BÖP.

Das Leitungsteam freut sich über Ihre Kontaktaufnahme und aktive Mitarbeit, um die Sichtbarkeit, Anerkennung und Wirksamkeit unserer Berufsgruppe weiter zu stärken.

Referatsleitung:
Mag.a Eva-Maria Tahedl
Lisa Göschlberger, MSc BSc BA

spitalspsychologie@boep.or.at

Die Ansprechpersonen in den Bundesländern vertreten die Anliegen ihrer Kolleg:innen vor Ort und bringen diese in das Referat und die Fachsektion auf Bundesebene ein. Aktuell fungieren die in der Tabelle genannten Kolleg:innen als Ihre regionalen Ansprechpersonen:

BundeslandAnsprechpersonE-Mail
BurgenlandIsabell Hußspitalspsychologie-bgld@boep.or.at
KärntenCarmen Koschutnigspitalspsychologie-ktn@boep.or.at
NiederösterreichAstrid Chladekspitalspsychologie-noe@boep.or.at
OberösterreichHelene Mallingerspitalspsychologie-ooe@boep.or.at
SalzburgAndreas Kaiserspitalspsychologie-sbg@boep.or.at
SteiermarkKatharina Dirnbauerspitalspsychologie-stmk@boep.or.at
Eva-Maria Tahedl
TirolBernhard Holznerspitalspsychologie-tirol@boep.or.at
Irmgard Grossmann
VorarlbergSandra Oksakowskispitalspsychologie-vlbg@boep.or.at
Simone Bösch
WienLisa Göschlbergerspitalspsychologie-wien@boep.or.at

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